Der Weihnachtsbaum im Elsass

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"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie schön sind deine Blätter!"

Wer von uns hat nicht schon einmal diese Zeilen vor sich hin gesummt? Aber kennen Sie wirklich die Geschichte des Weihnachtsbaums im Elsass ?

Marché de Noël de Strasbourg 2017

Auf das Jahr 1521 geht der früheste schriftliche Hinweis auf die Existenz des Weihnachtsbaums zurück.

Am 21. Dezember dieses Jahres wird die Zahlung eines Betrages in Höhe von vier Schilling in einem Gemeinde-Kontenbuch der Stadt Sélestat erwähnt, als Vergütung für den Waldhüter, dem die Überwachung der Bäume im  Wald von Haut-Koenigsbourg zufiel. Dieses Kontenbuch ist in der Humanistischen Bibliothek der Stadt Sélestat ausgestellt.

 

Die Tradition des Weihnachtsbaums 

Die Tradition des Weihnachtsbaums, wie wir sie heute kennen, wurde im Jahre 1738 durch Marie Leszcszynska, Gattin des Königs Louis XV, eingeführt. Sie errichtete einen Weihnachtsbaum im Schloss von Versailles, genau so, wie wir heute einen Weihnachtsbaum in unserem Heim aufstellen.

Tradition du sapin de Noël

Im Jahre 2018 gehört der Weihnachtsbaum weiterhin zu den Weihnachtstraditionen der Franzosen. Es werden insgesamt 6 Millionen Bäume verkauft, wobei 5 Millionen auf Naturbäume und 1 Million auf künstliche Bäume entfallen. Man kann den Weihnachtsbaum in traditioneller Form mit Holzfiguren schmücken, oder mit Girlanden und Weihnachtskugeln. Man kann ihn jedoch auch origineller dekorieren oder aufstellen: selbstgemachte Tannen aus recyceltem Holz; eine Tanne, die man mit dem Fuß nach oben an der Decke aufhängt; ein Tannenbaum mit Plüschtieren… Der Weihnachtsbaum gestattet es, die eigene Kreativität durch den Schmuck auszudrücken und diesen an die Inneneinrichtung und die persönlichen Vorlieben anzupassen.

DIY sapin de Noël

Der beeindruckendste Weihnachtsbaum in Frankreich ist immer noch der Weihnachtsbaum in Straßburg, mit einer Höhe von 30 m. Er steht auf dem "Place Kléber" als Herz der Weihnacht. Alljährlich macht er die Touristen glücklich, jedoch ebenfalls die Straßburger selbst.
Der prächtige Baumschmuck wird jeden Tag ab 17:00 Uhr bis zum Einbruch der Nacht illuminiert.

 

Die einzelnen Symbole des Weihnachtsbaumschmucks

Der Schmuck an den Zweigen des Weihnachtsbaums hat sehr häufig eine symbolische Bedeutung.

Als es noch keine Weihnachtskugeln gab, wurden die Tannen mit roten Äpfeln geschmückt. Diese symbolisierten das Paradies in Form des Apfels, in den Adam und Eva bissen. In einem besonders trockenen Jahres gab es jedoch keine Äpfel, und so hatte ein Handwerker in einem Dorf im Nordelsass die Idee, die traditionellen Äpfel durch Kugeln aus Glas zu ersetzen.

Im Elsass ist es ebenfalls Brauch, sogenannte "Bredele", kleine trockene Küchlein mit unterschiedlichen Formen und vielfältigen Rezepten, an den Tannenbaum zu hängen : Spritzbredele, Butterbredele, Schwowe-Bredele (Schwaben-Bredele), Bredele mit Schachbrettmuster, Rum-Bredele, Zimtsterne… um nur einige zu nennen. Die Bredele oder Braedele, Bredle bzw. Bredala (je nach Region im Elsass) sind das Symbol der Auferstehung.

Die 12 Kerzen, die üblicherweise am Baum befestigt und angezündet werden, entsprechen jeweils einem Monat des Kalenderjahres.

Auf der Spitze des Tannenbaums thront traditionell ein Stern oder ein Engel. Sie symbolisieren jeweils den Stern von Bethlehem, der die Drei Könige bis zu Jesus geführt hat, oder aber die Engel, die die Kunde von der Geburt des Jesuskindes verbreiteten. 

 

Und vor Einführung des Weihnachtsbaumes ?

Bevor der Begriff "Weihnachtsbaum" aufkam, gab es andere Bräuche, die auf eine Tanne in der Weihnachtszeit hinweisen.  

Ungefähr um 2000-1200 vor Christus hatten die Kelten, die den 24. Dezember als Tag der Wiedergeburt der Sonne ansahen, die Gewohnheit, jeweils einen unterschiedlichen Baum mit jedem Mondmonat in Verbindung zu bringen. Die Epicea (Baum der Niederkunft), geläufiger unter dem Namen: „Tanne“, stand für den Monat Dezember. Der Tannenbaum wurde damals mit Obst, Blumen und Getreide dekoriert. Dieses Ritual ähnelt sehr unserer heutigen Tradition des Weihnachtsbaumes. 

Im Jahre 354 eignete sich die Kirche diesen heidnischen Brauch an und verband ihn mit der Feier der Geburt von Christus am 25. Dezember. Der Legende nach wollte ein deutscher Mönch (der Heilige Bonifatius; geboren im Jahre 680) die germanischen Druiden davon überzeugen, dass eine Eiche kein heiliger Baum sei. Er ließ eine Eiche fällen; der Baum kippte um und zerschmetterte alles, was sich in seinem Weg befand, mit Ausnahme einer jungen Tanne – und damit war die Legende geboren! Der Heilige Bonifatius deutete diese Geschichte als Wunder und sagte: "Ab jetzt werden wir diesen Baum den Baum des Jesuskindes nennen."